
!frisch aufgestellt! Neue Skulpturen und Objekte!
Rundgang durch den Skulpturengarten:
Im Wonnemonat Mai den Skulpturengarten zu eröffnen, ist bereits zu einer lieb gewordenen Tradition geworden, denn dann verwandelt sich der Gemeindepark in eine großartige, spannende Freiluftgalerie und in einen Ort der Begegnung mit Skulptur. Zehn BildhauerInnen haben figurative, abstrakte, dynamische, aber auch filigrane Objekte aus Stein, Holz, Stahl und Keramik installiert für einen Kunstgenuss, der alle Sinne anspricht.
Nach der Eröffnung am 5. Mai ist die „Open Air Galerie“ durchgehend geöffnet bis zum 30. Oktober 2026. Mit dieser umfangreichen Ausstellung wird der Skulpturengarten wieder zum Besuchermagnet – und zusammen mit mehreren musikalischen Events zu einer Bereicherung der Genusskultur in Schweigen-Rechtenbach.

LILAU (Markus Bäcker)
„Leichtigkeit“ 2025, Kalkstein
*1975 Waldmohr (Pfalz)
seit 2013 freischaffender Künstler Gruppen- und Einzelausstellungen, öffentliche und private Sammlungen im In- und Ausland
2015-18 Projekt Skulpturenweg am Ohmbachsee
lebt und arbeitet in Gries (Pfalz)

Zentnerschwere ovale Steinelemente scheinen beinahe schwerelos eine zufällige Balance zu finden.
LILAU ist es in nur wenigen Jahren gelungen, eine unverkennbare Handschrift zu entwickeln. Holz, vor allem aber Stein und Metall sind seine bevorzugten Materialien. Die imposanten Werke ragen oft meterhoch in den Himmel. Sie bestechen durch organisch fließende Formen, die trotz der Schwere des Materials eine große Leichtigkeit vermitteln.
„Meine Skulpturen widmen sich Körpern, und zwar sehr abstrakten. Sie bringen nicht die menschliche Figur in Erinnerung, sondern organisch gewachsene Formen. Im Außenraum schaffen sie dadurch eine Verbindung mit der sie umgebenden Natur. Es ist spannend, wie sich die Oberfläche dann durch Lichteinfall und Schattenspiel verändert.“

BARBARA JÄGER
„Blumenstele Rotblau“ 2013, Holz/Lack
*1946 in Schwäbisch Gmünd
1966-70 Kunstakademie Karlsruhe
Gestaltung von sakralen Räumen, Glockenzier, Kuratorin
Ausstellungen im In- und Ausland
Verheiratet mit dem Bildhauer OMI Riesterer
gemeinsames Arbeiten im Bereich Kunst am Bau
lebt und arbeitet in Karlsruhe

In Bildern und Plastiken kommt die starke Naturverbundenheit von Barbara Jäger zum Ausdruck. Aus dieser Nähe entwickelt sie ihre Arbeiten, die abgeleitet von vielfältigen Naturformen ihre ganz eigene Formensprache besitzen.
Organische Abstraktionen mit ausdrucksstarken Farben sind mehrschichtig angelegt und erzeugen spannungsvolle Bildaufbauten. In ihren plastischen Objekten öffnet sie den realen Raum mit spannungsreichen Durchdringungen, Überschneidungen und Durchblicken – das Geheimnis der anderen Seite.

Silvain Chartier
sentiers-sculptures-alsace.com
„Silhouette“ 2002, Aluminium/Stahl
„La Mêlée“ 2023, Stahl lackiert
* 1961 Metz
bis 1985 Studium an der Haute École des Arts du Rhin
2002-2014 Professeur de dessin an der HEAR Strasbourg
seit 1982 zahlreiche Ausstellungen und Symposien
seit 2003 Initiator der Bildhauersymposien „Les Géants du Nideck“
lebt und arbeitet in Niederhaslach mit Atelier in Oberhaslach (F)

Silvain Chartier konstruiert seine Skulpturen, wie man die Bewegungen eines Tieres beobachtet. Mit Präzision fügt er Metall zusammen und schafft so Formen, die zugleich solide und dynamisch sind. Doch anstatt die Realität abzubilden, extrahiert er deren Essenz. Er vereinfacht die Formen, um ihre Kraft und Anmut zu offenbaren.
Seine oft bemalten Skulpturen erinnern ebenso an die Ursprünge der zeitgenössischen Bildhauerei, wie an den Geist des Lebendigen. Er versucht den Moment einzufangen, wo die Skulptur zum Leben erwacht. Seine Kunst erzählt von Bewegung, Präsenz und der erstaunlichen Poesie des Metalls.

Uli Gsell
„murg“ 2007, Granitfindling
* 1967 in Stuttgart
1988-93 Studium der Bildhauerei Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
seit 2015 Dozent für Bildhauerei, Freie Kunstschule Stuttgart
seit 1992 Mehrfache Auszeichnungen und Atelierstipendien
zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum
Lebt und arbeitet in Ostfildern

Die Skulptur „murg“, benannt nach dem gleichnamigen Gebirgsbach im Schwarzwald, verbindet die rohe Kraft der Natur mit
der präzisen Kunstfertigkeit menschlicher Bearbeitung. Der Kiesel symbolisiert die ungezähmte Natur und die jahrhundertelange Formung durch die Kräfte des Wassers. Gsell schafft durch die Bearbeitung des Steins einen spannenden Kontrast zwischen der organischen Form und den präzise gehauenen Flächen und Kanten – Ideen für Architektur, Plätze, Terrassen, heilige Orte. Er arbeitet puristisch, indem er vom Stein nur abnimmt und nichts hinzufügt. Die bearbeiteten Stellen heben sich deutlich von den unberührten Flächen ab. Der Kiesel aus dem Schwarzwald, einst vom Wasser geformt, wird durch Gsells Eingreifen zu einem bewussten Ausdruck des Dialogs zwischen Natur und Kultur.

ERIC JUNOD
„Les grands hommes“ 2025, Akazie und Robinie
*1969 Muhlhausen (F)
Ausbildung zum Schreiner
seit 2010 freischaffender Künstler
lebt und arbeitet in Pfastadt (F)
Eric Junod stellt in der Schweiz, in Deutschland, Luxemburg und Belgien aus.

Eric Junod „verzaubert“ die umgestürzten Baumstämme unserer Wälder, indem er daraus originelle Objekte kreiert, die er auch „ses p’tits hommes“ nennt. Der grobe Rohentwurf weicht schnell einer kreativen Bearbeitung des Holzes mit sorgfältig ausgearbeiteten Details, wodurch Skulpturen von großer Ausdruckskraft entstehen.
Es sind heitere Figuren, die er mit der Kettensäge aus unterschiedlich langen Stämmen herausarbeitet. Die von klein bis zu 4 Meter hohen Skulpturen arrangiert er oft zu größeren Gruppen, wobei sich die „Familienmitglieder“ durch unterschiedliche Farbgebung von einander unterscheiden – je nach Charakter..

Birgit Rehfeldt
„Illusionen“, 2025, Blauglockenbaum
* 1965 Hamburg
1985-88 Lehre als Holzbildhauerin Berchtesgaden, Bayern
1988-96 Studium der Bildhauerei, AdbK Karlsruhe
seit 2012 Dozentin für Bildhauerei, Kunstschule Fildertadt
Stipendien, Arbeiten im öffentlichen Raum, Einzel- und Gruppenausstellungen, Symposien und Skulpturenwege, Galerievertretungen, Messebeteiligungen, Kooperationen und Organisationen von Projekten und Ausstellungen

„Birgit Rehfeldt arbeitet konsequent mit der Figur, es ist seit Jahren ihr zentrales Thema. Für sie ist der Mensch das Fundament der Welt, Mittelpunkt von all unseren Erfahrungen, unserem Leben. Die Figur ist bei Birgit Rehfeldt nicht unbedingt die Figur, wie wir sie sehen. Sie verarbeitet sie zu einer eigenen, inneren, persönlichen Form. Die natürlichen Formen werden transformiert, größer oder kleiner, mit mehr oder weniger Masse, Proportionen und Dimensionen werden geändert. So erreicht sie eine interessante Spannung zwischen Realität und Fantasie.“ (Prof. Micha Ullman).

Omi Riesterer
„Roter Würfel”, 2016 , Eiche/Lack
* 1947 Freiburg
Zimmererlehre in Freiburg
Studium der Architektur und Diplom Assistent an der Universität Karlsruhe, Lehrauftrag
seit 1970 gemeinsames Arbeiten mit Barbara Jäger in Sakralen Räumen, Kunst am Bau, Bildhauersymposien, Einzel- und Gruppenausstellungen
Lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Karlsruhe

„Ich beschäftige mich mit konstruktiven Strukturen. Es sind meine gebauten Architekturen. Durch Addition von Elementen mit gleichen Querschnitten und gleichen Abständen entstehen einfache geometrische Strukturen, die durch Schrägschnitte in neue Ordnungen gebracht werden. Schmälere und schräg verlaufende Abschnitte ergeben weitere Architekturformen wie Fenster und Wände. Durch Additionen von Elementen entstehen Türme, Säulen und Würfel. Die Symphonie meiner Arbeit ergibt sich aus den Schnittpunkten von Architektur, Handwerk und Kunst“.

Meggi Rochell
„After Alpha”, 2026, Keramik
1980-1985 Studium an der Kunsthochschule Kassel
1991-2017 Leitung der Jugendkunstschule Karlsruhe
seit 2020 freischaffende Künstlerin
Lebt und arbeitet in Karlsruhe

Innere Welten, äußere Formen – Meggi Rochell sucht nach Bildern für das, was uns im Innersten bewegt. In ihren keramischen Plastiken wird Ton zu einer Erzählung über Freiheit, Verantwortung und über die Architektur unserer Gedanken. Die Serie der „Thinking Heads“ zeigt Köpfe nicht als Porträts, sondern als Landschaften des Geistes. Die feinen Linien auf den Oberflächen wirken wie neuronale Netze oder Lebensspuren.
Die Skulptur „After Alpha“ stellt die Frage: Was kommt nach dem klassischen Machtstreben? Ein Mann im Anzug mit goldener Kugel – Symbole für Erfolg und Souveränität. Doch auf seinem Arm ruht ein Kind. Die Skulptur verbindet Einfluss und Fürsorge. Wahre Größe zeigt sich nicht in Dominanz, sondern in der Fähigkeit, Verantwortung für das Verletzliche zu übernehmen.

Ralf Schira
„Objekt“ 2021, Muschelkalk
* 1968 Gernsbach
1989-94 Ausbildung zum Steinbildhauer
1994-97 Stipendiat Akademie für Bildhauerei, Müllheim/CH
1998 Studium in Paris
seit 2006 Atelier in Baden-Baden
2024 Künstler der Stadt Baden-Baden

Gedanken zu meinen Arbeiten: „Was sehe ich im Alltag? Welche Gegenstände umgeben mich? Ich nutze Ausgangsformen, die zumindest grundsätzlich vordefiniert sind. Technische Werkzeugformen werden verwandelt, ins Organische überführt. Es entstehen neue, sinnliche Gebilde, fern funktionaler Tauglichkeit, die sich kraftvoll und dynamisch im Raum ausdehnen. Wenn meinen Objekten auch scheinbar bekannte, konstruktivistische Ausgangsformen zugrunde liegen, so bilde und „verwickle“ ich diese in neue Formzusammenhänge. Ich versuche vermeintlich Vertrautes in der Welt neu zu bewerten und neu aufzuspüren. Die Erinnerung, welche diese Ausgangsform in uns wachruft, will ich in eine neue Gegenwart zurückrufen – bunter und ständiger Veränderung unterzogen. Meine Figuren beschäftigen mich zuweilen wochenlang. Ich kämpfe mit ihnen, sie zerren mich aus vorgestanzten Wiedergabezwängen – und dann sind sie plötzlich so, wie sie sind“.

Gabi Streile
„Bleu comme la terre qui brûle“, 2022, Mischtechnik auf Holz
* 1950 Karlsruhe
1970-76 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
seit 1978 zahlreiche Preise, Stipendien und Ausstellungen
Werke in privaten und öffentlichen Sammlungen
Lebt und arbeitet mit dem Maler Werner Schmidt in Oberkirch/Baden
Ateliers in Offenburg und Berlin

Gabi Streile malt „wilde Bilder“, kraftvoll, viril in ihrer Entschiedenheit, unbeschreiblich weiblich, in ihrer durch keine Allüre getrübte Aufrichtigkeit. Nicht zuletzt an den immer neuen Bildfindungen, an dem Weitertreiben der Malerei über ihre Grenzen hinaus, lässt sich die Qualität ihres Schaffens ablesen. So hat sie in den vergangenen Jahren eine bildbeherrschende Konzeption von Malerei entwickelt, in der verschieden strukturierte Bildtafeln zu ganzen Ensembles kombiniert wurden. (Margit Brehm)
Gabi Streile kommt es nicht auf die genaue Wiedergabe einer realen Landschaft an. Ihre Landschaften sind weniger ge- als erfunden. Ihre Werke sind nicht primär Abbild, sondern Bilder, die im Kopf entstehen.

Daniel Wagenblast
„mann“, 2022, Aluminium, bemalt
* 1963 Schwäbisch Gmünd
1984 – 96 Studium Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart incl. Atelierstipendium
Arbeitsaufenthalte in New York, San Francisco, in der Villa Romana Florenz, im Herrenhaus Edenkoben, im Zeppelinhaus Berlin, in England und Polen zur Realisierung von Außenskulpturen
Seit 1998 Realisierung und Gestaltung von Skulpturen und Plätzen u.a. in Stuttgart, Ettlingen, Remscheid, Hamburg, Detmold, Eschwege, Epernay …

Daniel Wagenblast ist ein Meister im Umgang mit dem Holz. Sein Thema ist der Mensch in seiner Beziehung zur Welt. Seien es Tiere, die Weltkugel, ein Panzer oder ein Haus, ein Mann, eine Frau, all diese Akteure in Wagenblasts Skulpturen erzählen Geschichten von Größenverschiebungen und wundersamen Beziehungen zwischen Welt und den Menschen und ihren Dingen. Der Mensch als ein Suchender, ein Ausschauhaltender, ein Träumer am Abgrund oder einer, der als Held die Welt erobert. Es ist eben die Wirklichkeit des Künstlers, die uns in den Arbeiten begegnet, die im Abstand zu der von uns wahrgenommenen Wirklichkeit sogleich zur Wahrheit wird.
Gabi Streile kommt es nicht auf die genaue Wiedergabe einer realen Landschaft an. Ihre Landschaften sind weniger ge- als erfunden. Ihre Werke sind nicht primär Abbild, sondern Bilder, die im Kopf entstehen.
